Veranstaltungen im März 2019                                   
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VORSICHT: LITERATUR!
Wir sind auf you tube!

"Aufgeblättert. Zugeschlagen - Mit Rechten lesen"

"Aufgeblättert. Zugeschlagen - Mit Rechten lesen"
Literatur verbindet, Lesen verbündet! Mit Rechten reden? 

Wir machen mehr: "Aufgeblättert. Zugeschlagen - Mit Rechten lesen" ist die neue regelmäßige Literatursendung zu drei aktuellen Büchern des literarischen Lebens, ein Austausch zwischen der Publizistin Ellen Kositza vom Verlag Antaios, der Buchhändlerin Susanne Dagen vom BuchHaus Loschwitz und einem jeweils neuen Gast. Unabhängig, geistreich und am Diskurs interessiert. 

Die sechste Sendung haben wir wieder im Buchhaus Loschwitz gedreht. Unser Gast war hierbei Alexander Wendt, besprochen wurden Bücher von Christian Dittloff ("Das weiße Schloß"), von Michel Houellebecq ("Serotonin") und vom Autorenkollektiv Leo/Steinbeis/Zorn ("Mit REchten reden. Ein Leitfaden"). 

In der nächsten Sendung begrüßen wir den Publizisten Alexander Wendt als Gast. 

Ein vergnügliches Plädoyer für vorurteilsfreies Lesen und ein Gemeinschaftsprojekt vom Verlag Antaios, Schnellroda und dem BuchHaus Loschwitz, Dresden. 

Die vorgestellten Bücher erhalten sie unter:
https://buchhaus-loschwitz.de
https://antaios.de

Ein vergnügliches Plädoyer für vorurteilsfreies Lesen und ein Gemeinschaftsprojekt vom Verlag Antaios, Schnellroda und dem BuchHaus Loschwitz, Dresden. 

Antaios Verlag www.antaios.de BuchHaus Loschwitz www.buchhaus-loschwitz.de


https://www.youtube.com/watch?v=ZRWbAxYWeHo&t=280s


In den Schaufenstern:

- Endlich Frühling! Übers Buddeln und Pflanzen 
- Linke Thesen - Kritische Bücher 



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März 2019 :


EXTRA

Dienstag, 12. März um 20 Uhr

Vortrag/ Lesung
mit Werner J. Patzelt

"CDU, AfD und die politische Torheit" 

2019 ist ein für Deutschland weichenstellendes Wahljahr. Bei Europa-, Landtags- und Kommunalwahlen wird sich zeigen, ob – und bei welchen Wählergruppen – der Aufschwung von AfD und Grünen oder ein Abschwung von Union und Sozialdemokraten weitergeht. (...) 

Tatsächlich entfaltet sich seit einigen Jahren zwischen Union und AfD eine eng verschränkte Doppelgeschichte. Für die lässt sich kein Ende vorhersehen, das für beide Parteien und zugleich für unser Land gut wäre. Auch sind die Ursachendiagnosen dieser neuen Parteienkonkurrenz noch ebenso umstritten wie die versuchten Strategien. Das dürfte sich während der nächsten Monate nicht ändern. Also werden Wähler und Politiker sich aufs Geratewohl zu (...,) für unser Land so wichtigen Fragen verhalten. (...) Diese Fragen stellen sich aufgrund der kommenden Wahlen und Koalitionsbildungen ganz unausweichlich. Nach persönlichen Antworten verlangen sie beim politischen Debattieren nicht minder als bald schon in der Wahlkabine. Und dass überhaupt brisante Antworten auf derlei Fragen anstehen, geht klar auf Politikfehler der letzten Jahre zurück. (...)

Von derlei politischen Torheiten handelt dieses Buch. Es kritisiert solche Politiker, Journalisten und Intellektuelle, welche die tatsächlichen Ursachen des Aufstiegs der AfD erst dann erkennen wollten, als diese Partei zum nicht mehr loszuwerdenden Rivalen auf dem politischen Spielfeld geworden war. Es kritisiert ebenso, dass sehr viele noch bis heute die Gründe des AfD-Erfolgs verkennen, weshalb sie an falschen Orten nach jenem Kraut suchen, das durchaus gegen das Ausmaß jenes Erfolgs gewachsen ist. Und natürlich hat nicht nur die Union derlei Torheiten begangen, sondern Grüne, SPD und Linke haben zu vielen davon Beihilfe geleistet, ja manche sogar erzwungen. (...) 

Welche Torheiten im Einzelnen begangen wurden und wie sie zusammenwirkten, wird – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – in den gut fünfzig Texten dieses Bandes gezeigt. Mit Ausnahme des abschließenden Beitrags über den richtigen Umgang mit Populismus handelt es sich bei ihnen um Interviews, Kommentare oder kurze analytische Texte, die zwischen dem September 2014 und dem Februar 2019 zur CDU, zur AfD sowie zu den Wechselwirkungen beider Parteien entstanden sind. (...) 

Als Gebrauchstexte für jeweils aktuelle politische Debatten verfasst, verbinden die hier zusammengestellten „Kommentare“ das Bemühen um Eindeutigkeit beim Argumentieren mit manchen Zuspitzungen beim Formulieren. Sie haben aber durchaus keinen essayistischen, sondern durchweg einen analytischen Anspruch. (...)

Ziel des hier vorgelegten Bandes ist es, jene politische Position vor Augen zu führen, die ich während der letzten Jahre zur AfD sowie zum richtigen Umgang mit dem deutschen Rechtspopulismus erarbeitet, resonanzreich vertreten sowie als ihren Alternativen überlegen empfohlen habe – und zwar ebenso für die Bildung eines eigenen Standpunkts wie auch als Grundlage konkreter politischer Praxis.(...) 
(Aus dem Vorwort von Werner J. Patzelt im Februar 2019)

Werner J. Patzelt, geb. 1953 studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität Straßburg sowie an der University of Michigan. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Passau, wo er 1984 bei Heinrich Oberreuter mit einer Arbeit über „Grundlagen der Ethnomethodologie“ zum Dr. phil. promoviert wurde. Nach einer sechsjährigen Beschäftigung als wissenschaftlicher Assistent habilitierte sich Patzelt 1990 mit einer Schrift über „Abgeordnete und Repräsentation“ an der Universität Passau.

In der Folgezeit lehrte er als Gastprofessor an der Universität Salzburg (1990) und an der Technischen Universität Dresden (1991), ehe er 1992 zum Gründungsprofessor des Instituts für Politikwissenschaft an der TU Dresden berufen wurde. Anschließend übernahm er dort nach ordentlichem Berufungsverfahren den Lehrstuhl für Politische Systeme und Systemvergleich.

Seit 1994 Mitglied der CDU, zuvor parteilos, pflegt er neben seiner wissenschaftlichen Arbeit den Austausch mit Vertretern des gesamten politischen Spektrums, und zwar von der Linkspartei bis zur AfD. Ferner betätigt er sich als Kommentator und Analytiker aktuellen politischen Geschehens in Presse, Hörfunk und Fernsehen.

In Zusammenarbeit mit dem Weltbuch Verlag, Dresden 

8/ 6 Euro

+ + + Ausverkauft + + +  Zusatztermin am 17.05.19 + + +  


Freitag, 15. März um 20 Uhr

Lesung
mit Alexander Kissler

"Widerworte. Warum mit Phrasen Schluss sein muss" 

Phrasen regieren uns. Sie täuschen etwas vor, was nicht da ist: einen klugen Gedanken, eine tiefe Einsicht, eine hohe Moral. Sie sind Behauptungen, denen nicht auf den Grund gegangen werden soll, rhetorisches Lametta fast ohne Substanz. 
Alexander Kissler, bekannt scharfzüngiger Autor im politischen Berlin, greift zum Rasiermesser der Logik und seziert die Begriffe hinter den Worten, die Mechanik hinter der Rhetorik, den Sinn jenseits des Unsinns. Humorvoll, pointiert und elegant stößt er das allgegenwärtige große Blabla vom Thron. Fünfzehn exemplarisch ausgewählten Sätzen von „Wir schaffen das“ bis zu „Das ist alternativlos“ verweigert er die Gefolgschaft.

Der LiteraturwissenschaftlerMedienwissenschaftlerSachbuchautor 
Alexander Kissler ist Ressortleiter "Salon" beim Magazin "Cicero". Er verfasste zahlreiche Sachbücher, u.a. „Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet“, „Der aufgeklärte Gott. Wie die Religion zur Vernunft kam“ und „Keine Toleranz den Intoleranten. Warum der Westen seine Werte verteidigen muss“

8/6 Euro



Freitag, 22. März um 19 Uhr

Lesung mit Lars Jung, Staatsschauspiel Dresden
"Die Geschichten Jakobs" aus dem Roman "Joseph und seine Brüder "
von Thomas Mann

Es geht um die frühe biblische Geschichte, bewegend und spannend dargeboten in der meisterlichen heiter-ironischen Erzählweise Thomas Manns.

Jakob war der Träger des Gottessegens durch Betrug geworden und mußte fliehen. Wird sich der Besitz des Segens trotzdem positiv in seinem Leben und persönlichen Umfeld auswirken? Das ist die spannende Frage, die im gelesenen Text eine eindrucksvolle Beantwortung findet.

In Zusammenarbeit mit dem Thomas-Mann-Freundeskreis Dresden und der Deutschen Thomas-Mann-Gesellschaft

12/8 Euro  


Montag, 25. März um 20 Uhr

"Mayer trifft... Conrad Muck (Violonist)   

Der Name Muck hat in der Dresdner Theaterwelt einen guten Klang, was beileibe nicht darauf zurückzuführen ist, dass der kleine Mann mit den Zauberpantoffeln dort besonders oft über die Bühne geflitzt wäre. Vielmehr zählt der Violinist Conrad Muck in der Geschichte der Dresdner Geigenausbildung zu den herausragenden Figuren. Bekannt geworden ist er als Primarius des Petersen-Quartetts, einer der etabliertesten Kammermusikformationen des Landes sowohl vor als auch nach dem Mauerfall. In jüngster Zeit kam eine Renaissance als erster Geiger des renommierten Leipziger Streichquartetts hinzu. Nun wird bei Florian Mayer aus Vieren zwei gemacht. Ein Abend mit Musik und Gesprächen über Zäsuren und den Fortgang in den Zeiten.

14/ 10 Euro


Mittwoch, 27. März um 20 Uhr

"Zeitenbuch. Seitenweise Politik"
mit Antje Hermenau

"Ansichten aus der Mitte Europas. Wie Sachsen die Welt sehen"

30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs verschieben sich die Kraftfelder in und um Europa. Sachsen ist mittendrin. Viele Menschen fragen sich nach den Gründen für die politische Unruhe im Land. Sie möchten die gegenwärtigen Entwicklungen in Sachsen, Deutschland und Europa besser einordnen können. Europa streitet sich nicht nur übers Geld, sondern fällt derzeit vor allem bei den Themen Zuwanderung und nationale Identität auseinander. Aber auch innerdeutsche Konflikte um diese und andere Themen bedürfen der Analyse. Im Zentrum steht dabei Sachsen, das Mutterland der Reformation und der Friedlichen Revolution. 

Antje Hermenau erklärt mit Mutterwitz und weltoffenem Patriotismus die sächsische Seele samt den Missverständnissen und ernsthaften Meinungsverschiedenheiten zwischen Ost- und Westdeutschen, Ost- und West­europäern. Sie wagt Ausblicke in die Zukunft und liefert ein leidenschaftliches Plädoyer für mehr Bürgerverant­wortung. Garantiert unideologisch und ohne Sprachzensur. Ein Buch für Sachsen, vor allem aber auch für Nichtsachsen!

Antje Hermenau, geboren 1964 in Leipzig, ist ausge­bildete Diplomsprachlehrerin und Verwaltungswissenschaftlerin. Sie vertrat die Grünen am Runden Tisch Leipzig und wurde 1990 in den Sächsischen Landtag gewählt. Zehn Jahre Bundestag von 1994 bis 2004 in Bonn und Berlin schlossen sich an. 2004 kehrte sie für weitere zehn Jahre in den Sächsischen Landtag zurück. Seit ihrem Ausstieg aus der Politik im Jahr 2014 ist sie als Publizistin, Beraterin für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik und eigenständige Unternehmerin tätig. Seit 2019 ist sie Landesgeschäftsführerin der Freien Wähler.

im Gespräch mit: Susanne Dagen

8/6 Euro

+ + + Ausverkauft + + +  Zusatztermin am 10.04.19 + + +  


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Vorschau April 2019 :


Freitag, 5. April um 20 Uhr

"Zeitenbuch. Seitenweise Politik"

mit Alexander Meschnig
"Deutscher Herbst 2015. Essays zur politischen Entgrenzung"

Die Grenzöffnung im Herbst 2015 war ein tiefer Einschnitt in der deutschen Geschichte. Der Beginn der sogenannten „Flüchtlingskrise“ markiert eine massive Spaltung quer durch Familien und Freundschaften und eine unversöhnliche Polarisierung der politischen Lager. Praktisch alle Parteien, Medien, Kirchen, Künstler und zivilen Organisationen haben sich dabei von Anfang an geschlossen auf die Seite eines moralischen Universalismus gestellt, der jedes partikulare Interesse als nationalistisch, rassistisch oder „rechts“ verortete und seine Protagonisten als „Pack“, „Dunkeldeutschland“ oder „Hetzer“ in das gesellschaftliche Abseits stellte. 

Im Kern bleibt der moralische Universalismus unpolitisch. Denn seine abstrakten Forderungen reflektieren weder seine historischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen, noch die größtenteils irreversiblen Folgen seines eigenen Handelns. Ob die mit der Grenzöffnung bereits angestoßenen Entwicklungen noch eine Umkehr ermöglichen, kann niemand mit Sicherheit vorhersagen. Hauptbedingung für eine politische und vor allem mentale Wende ist aber eine nüchterne Analyse und Darstellung der Gegenwart, die sich an der Wirklichkeit, also an dem, wasist, und nicht an dem, was sein soll, orientiert. Die hier vorliegenden Essays wollen dazu einen Beitrag leisten.

Dr. Alexander Meschnig, geboren 1965 in Dornbirn (Österreich), Studium der Psychologie und Pädagogik in Innsbruck. Promotion im Fach Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zahlreiche Bücher und Aufsätze zu kulturwissenschaftlichen und mentalitätsgeschichtlichen Themen, Kriegs- und Militärgeschichte. Stammautor des politischen Blogs Achse des Guten. Veröffentlichungen (Auswahl): Arbeit als Lebensstil, Edition Suhrkamp 2003 (Hrsg.); Wunschlos unglücklich, Europäische Verlagsanstalt 2005 (gem. mit M. Stuhr); Der Wille zur Bewegung. Militärischer Traum und totalitäres Programm, Transcript Verlag 2008; Uns kriegt ihr nicht. Jüdische Überlebende erzählen, Piper Verlag 2013 (gem. mit T. Hüttl), Siegen oder vom Verlust der Selbstbehauptung (gem. mit P. Amoghli)

8/ 6 Euro

 

EXTRA

Mittwoch, 10. April um 20 Uhr

"Zeitenbuch. Seitenweise Politik"
mit Antje Hermenau

"Ansichten aus der Mitte Europas. Wie Sachsen die Welt sehen"

30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs verschieben sich die Kraftfelder in und um Europa. Sachsen ist mittendrin. Viele Menschen fragen sich nach den Gründen für die politische Unruhe im Land. Sie möchten die gegenwärtigen Entwicklungen in Sachsen, Deutschland und Europa besser einordnen können. Europa streitet sich nicht nur übers Geld, sondern fällt derzeit vor allem bei den Themen Zuwanderung und nationale Identität auseinander. Aber auch innerdeutsche Konflikte um diese und andere Themen bedürfen der Analyse. Im Zentrum steht dabei Sachsen, das Mutterland der Reformation und der Friedlichen Revolution. 

Antje Hermenau erklärt mit Mutterwitz und weltoffenem Patriotismus die sächsische Seele samt den Missverständnissen und ernsthaften Meinungsverschiedenheiten zwischen Ost- und Westdeutschen, Ost- und West­europäern. Sie wagt Ausblicke in die Zukunft und liefert ein leidenschaftliches Plädoyer für mehr Bürgerverant­wortung. Garantiert unideologisch und ohne Sprachzensur. Ein Buch für Sachsen, vor allem aber auch für Nichtsachsen!

Antje Hermenau, geboren 1964 in Leipzig, ist ausge­bildete Diplomsprachlehrerin und Verwaltungswissenschaftlerin. Sie vertrat die Grünen am Runden Tisch Leipzig und wurde 1990 in den Sächsischen Landtag gewählt. Zehn Jahre Bundestag von 1994 bis 2004 in Bonn und Berlin schlossen sich an. 2004 kehrte sie für weitere zehn Jahre in den Sächsischen Landtag zurück. Seit ihrem Ausstieg aus der Politik im Jahr 2014 ist sie als Publizistin, Beraterin für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik und eigenständige Unternehmerin tätig. Seit 2019 ist sie Landesgeschäftsführerin der Freien Wähler.

im Gespräch mit: Susanne Dagen

8/6 Euro


Freitag, 12. April um 20 Uhr

Bildvortrag
mit Friedrich Dieckmann 

"Max Slevogts Randzeichnungen zu Mozarts Zauberflöte"

Die "Zauberflöte" kann für das Hauptwerk der deutschen Oper gelten; von ihrer Wiener Premiere im September 1791 an hat sie eine bis heute unversiegliche Wirkkraft entfaltet. Daran hat Mozart entscheidenden und sein Textdichter Schikaneder grundlegenden Anteil; was beiden gelang, war ein Werk, das in seiner ungeglätteten Balance aus Scherz und Ernst, Gesang und Sprache, Liebe und Politik, Frauenanspruch und Männerherrschaft, Naturrecht und Pädagogik eine Hauptstelle dessen besetzt, was wir als Weltkultur bezeichnen. Mit Zeichnungen aller Art hat das Werk bald auch die bildende Kunst in seinen Bann gezogen, die umfassendste graphische Huldigung aber, die ihm jemals zuteil wurde, stammt von Max Slevogt, dem großen deutschen Maler, der zugleich ein Zeichner von überbordender Phantasie und unerschöpflicher Illustrationslust war. Hundert Jahre nach der Entstehung dieses einzigartigen graphischen Großwerks wird dies vom Strieffler Haus der Künste e. V. in einer von Friedrich Dieckmann umfassend kommentierten Neuausgabe vorgelegt.

Friedrich Dieckmann wurde 1937 in Landsberg/Warte geboren. Nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Physik arbeitete er von 1972 bis 1976 als Dramaturg am Berliner Ensemble. Er hat Bücher über Franz Schubert, Richard Wagner, Bertolt Brecht und Karl von Appen veröffentlicht sowie vier Essaybände über den Prozess der deutschen Vereinigung. Friedrich Dieckmann ist Träger des Heinrich-Mann- und des Johann-Heinrich-Merck-Preises und Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, Dresden und Leipzig sowie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Heute lebt er als Schriftsteller und Publizist in Berlin.

In Zusammenarbeit mit dem Verein "Literarisches Dresden"

8/ 6 Euro


Montag, 15. April um 20 Uhr

"Ausgelesen und Benotet"

Rhetorik trifft Literatur - Spielfreude auf Perfektion!

Die Buchhändlerin Susanne Dagen und der Geiger Florian Mayer präsentieren in Wort und Musik ihre Lieblingsbücher des Frühjahrs 2018.  

8/ 6


EXTRA

Mittwoch, 17. April um 20 Uhr

Vortrag/ Lesung
mit Thomas Hartung

"Wie steht´s um Deutschland? Betrachtungen eines Konservativen" 

„… 1992 hat Stephan Remmler in Köln auf einem von der Initiative „Arsch huh, Zäng ussenander“ veranstalteten Konzert noch gesungen „Mein Freund ist Neger“, um zur Verbundenheit mit Menschen anderer Hautfarbe aufzurufen. Heute ist das Wort in Sachsen Grund für die Einleitung rechtlicher Schritte und das Einstampfen/Neudrucken einer fünfstelligen Zeitungsauflage ungeachtet aller Bekenntnisse zum Umweltschutz. Das ganze Problem hätte sich nicht gestellt, hätte man gefragt nach einem verstorbenen Mainzer Karnevalisten, einem Nebenfluss der Ruhr, einem Stadtteil von Olpe, einem Ein-Mann-Torpedo der deutschen Kriegsmarine oder einem Biermischgetränk. Was ist da nur schiefgelaufen?...“ 

Es läuft manches schief in Deutschland: die sprachliche Korrektheit treibt unsägliche Blüten, der Nazi-Begriff wird gegen Sachsens Polizei gerichtet und dadurch entwertet, die Mainstreammedien etablieren interkulturelle Beziehungen als neuen Sozialstandard. 

In seinen „Beobachtungen eines Konservativen“ spürt Thomas Hartung den Themen und Ereignissen nach, die zu dieser Schieflage führten, klärt auf und ruft dem Leser mit Heiner Müller zu „Schlagt euch nicht die Schädel ein, zerbrecht euch lieber den Kopf!“

Dr. Thomas Hartung , geb. 1962 in Erfurt, promovierte nach seinem Lehramtsstudium in Magdeburg 1992 zur deutschen Gegenwartsliteratur und war danach erst jahrelang als Radio- und Fernseh-Journalist in Sachsen-Anhalt und Sachsen sowie Dozent für Medienproduktion und Medienwissenschaft an vielen Hochschulen Deutschlands tätig. Der bekennende „Erzliberalkonservative“ trat als Student in die LDPD ein und 1990 aus der FDP aus: von „misslungener Einheit“ nicht nur mit Blick auf die Parteienfusion spricht er bis heute. Hartung war im April 2013 Mitbegründer der AfD Sachsen und wurde zweimal zum Landesvize gewählt.  Derzeit ist Hartung wissenschaftlicher Mitarbeiter für Bildung, Wissenschaft, Medien und Kultur der AfD-Fraktion im sächsischen Landtag und Sprecher der „Alternativen Mitte“ Sachsen.

In Zusammenarbeit mit dem Weltbuch Verlag, Dresden 

8/ 6 Euro


Sonnabend, 20. April 10-14 Uhr

Ostermarkt vorm BuchHaus

Wilde EierEi: gebacken, geklöppelt, bemalt und auch trinkbar -
der fröhliche Einstieg ins Osterwochenende! 


Montag, 29. April um 20 Uhr

"Mayer trifft ... Agnes S. Weiland"

Und eine weitere hohe Stimmlage zu Gast bei Florian Mayer - diesmal ist es die Sopranistin Agnes Selma Weiland. Ein Dresdner Eigengewächs mit dem Drang nach draußen. Dies dokumentieren ihre Studien in ihrer Heimatstadt, dann jedoch folgend Leipzig, Berlin und Rom. In zielstrebiger und ausdauernder Weise hat sie sich ihren eigenen Weg in der weiten Gesangswelt erobert. Saison für Saison bereicherten Projekte und Engagements ihre Laufbahn, von denen lediglich die Häuser in Bremen, Lyon, Bonn und Basel genannt seien, wie auch die Namen Mozart, Verdi, Wagner sowie das moderne Repertoire und Uraufführungen wichtige Bausteine ihres künstlerischen Betätigungsfeldes kennzeichnen sollen. Florian Mayer wird mit ihr über Wurzeln und das Unterwegssein ins Gespräch kommen und natürlich auch musikalisch agieren. Dies übrigens mit geschätzter Unterstützung von Adriana Mladenova am Klavier.

14/10 Euro


Vorschau Mai 2019 :


Freitag, 03. Mai um 20 Uhr

Buchvorstellung
Angela Wierig
"Nazis inside. 401 Tage NSU-Prozess"

Angela Wierig ist Strafverteidigerin und vertrat im NSU-Prozess einen Angehörigen der Nebenklage. Bei der langwierigen »Wahrheitsfindung« im Münchner Jahrhundertprozess hat die Anwältin der Nebenklage seit dessen Beginn am 6. Mai 2013 eine verlässliche Begleiterin an der Seite: zunehmende Fassungslosigkeit. Wie hier die moralische Überlegenheit immer wieder als Trumpf ausgespielt wird und prozessuale Rechte die Rechtsstaatlichkeit an ihre Grenzen bringen, wirft bizarre Schlaglichter auf das Deutschland unserer Tage.

Im Kosmos des Gerichtssaals bleibt ihr im Wechselspiel von Informationen und Interpretationen bald nur noch der eigene Blick auf diese Form der Aufarbeitung, um nicht die Balance zu verlieren zwischen Anwaltsmandat und Verzweiflung. Um sich nicht gänzlich in Frustration und Zynismus zu verlieren, schreibt sie abends im Hotelzimmer nieder, was sie ganz persönlich wahrnimmt, was ihr zu denken gibt, was sie nicht einfach so hinnehmen kann und will.

Und so ist Nazis Inside keineswegs eine Nacherzählung des Strafprozesses gegen den »Nationalsozialistischen Untergrund«. Es geht vielmehr um einen sehr intimen Blick auf den Prozess, in dem die Ereignisse beleuchtet werden, die entweder in den Medien überhaupt nicht erwähnt oder in etwas anderer Form geschildert wurden. Interessen werden verfolgt, bei denen zumindest fraglich ist, wem sie dienen. Mit dem Strafprozess hat das bestenfalls nur noch am Rande zu tun. Nazis Inside ist eine sehr persönliche Betrachtung, die weit über den Prozess hinaus zu denken gibt. Provokant, hintergründig und ein Anstoß, sich immer wieder aufs Neue selbst ein Urteil, eine eigene Meinung zu bilden.

Angela Wierig, Jahrgang 1962, lebt mit ihrem Mann und zwei Hunden in Hamburg, wo sie auch als Strafverteidigerin arbeitet. Ihr Essay über den NSU-Prozess wurde im Kursbuch 186 veröffentlicht. In ihrer Freizeit widmet sie sich der Herstellung von Zinnfiguren und spielt gerne historische Schlachten nach. Eventuell ist das aber auch nur ein Gerücht.

8/6 Euro



Mittwoch, 08. Mai um 20 Uhr

Buchvorstellung
Michael Schmidt "Der Richtigspieler"

Hat der Journalist, der den holländischen Dirigenten Willem Mengelberg im Schweizer Exil besucht, gemeint, er könne ein normales Interview führen? Es wird ein Monolog: Nach Jahren des erzwungen Schweigens redet der alte Maestro – drei Tage lang. Er redet sich buchstäblich zu Tode.

Warum Beethoven nur bei ihm, Mengelberg, richtig klang – jetzt kann es heraus. Daß aber Mahler der größte aller Komponisten war, und dazu noch sein bester Freund – die Welt soll es wissen. Auch über das Unbegreifliche ist zu reden: warum Mengelberg mit den deutschen Besatzern kollaboriert hat. Dafür wurde er mit Amtsenthebung bestraft. Doch hat ihm nicht gerade die Vertrautheit mit den Nazi-Größen erlaubt, das Schlimme zu mildern, Menschenleben zu retten? Mit von Fieberschüben befeuerter Bitterkeit geißelt der gestürzte Pultstar die Scheinheiligkeit der Welt. In ihr gehe es nicht darum, was einer gesagt und getan habe, sondern nur wann und vor welchem Hintergrund.

Michael Schmidts biografischer Roman über Willem Mengelberg handelt von den Verstrickungen, in die geraten kann, wer die Zeit, in der er lebt, nicht mehr versteht – und von den Stricken, die Andere den Betroffenen mit Vorbedacht aus solchen Verstrickungen drehen. Deshalb spricht aus dem Text auch das Erstaunen darüber, wie ein großer Künstler des 20. Jahrhunderts vergessen wurde – weil er vergessen werden sollte.

Michael Schmidt (geb. 1962) hat bereits zwei Sachbücher geschrieben. Er lebt in Dresden. „Der Richtigspieler“ ist sein Romandebüt.

In Zusammenarbeit mit dem Weltbuch Verlag, Dresden 

8/6 Euro


Freitag, 17. Mai um 20 Uhr

Vortrag/ Lesung
mit Werner J. Patzelt

"CDU, AfD und die politische Torheit" 

2019 ist ein für Deutschland weichenstellendes Wahljahr. Bei Europa-, Landtags- und Kommunalwahlen wird sich zeigen, ob – und bei welchen Wählergruppen – der Aufschwung von AfD und Grünen oder ein Abschwung von Union und Sozialdemokraten weitergeht. (...) 

Tatsächlich entfaltet sich seit einigen Jahren zwischen Union und AfD eine eng verschränkte Doppelgeschichte. Für die lässt sich kein Ende vorhersehen, das für beide Parteien und zugleich für unser Land gut wäre. Auch sind die Ursachendiagnosen dieser neuen Parteienkonkurrenz noch ebenso umstritten wie die versuchten Strategien. Das dürfte sich während der nächsten Monate nicht ändern. Also werden Wähler und Politiker sich aufs Geratewohl zu (...,) für unser Land so wichtigen Fragen verhalten. (...) Diese Fragen stellen sich aufgrund der kommenden Wahlen und Koalitionsbildungen ganz unausweichlich. Nach persönlichen Antworten verlangen sie beim politischen Debattieren nicht minder als bald schon in der Wahlkabine. Und dass überhaupt brisante Antworten auf derlei Fragen anstehen, geht klar auf Politikfehler der letzten Jahre zurück. (...)

Von derlei politischen Torheiten handelt dieses Buch. Es kritisiert solche Politiker, Journalisten und Intellektuelle, welche die tatsächlichen Ursachen des Aufstiegs der AfD erst dann erkennen wollten, als diese Partei zum nicht mehr loszuwerdenden Rivalen auf dem politischen Spielfeld geworden war. Es kritisiert ebenso, dass sehr viele noch bis heute die Gründe des AfD-Erfolgs verkennen, weshalb sie an falschen Orten nach jenem Kraut suchen, das durchaus gegen das Ausmaß jenes Erfolgs gewachsen ist. Und natürlich hat nicht nur die Union derlei Torheiten begangen, sondern Grüne, SPD und Linke haben zu vielen davon Beihilfe geleistet, ja manche sogar erzwungen. (...) 

Welche Torheiten im Einzelnen begangen wurden und wie sie zusammenwirkten, wird – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – in den gut fünfzig Texten dieses Bandes gezeigt. Mit Ausnahme des abschließenden Beitrags über den richtigen Umgang mit Populismus handelt es sich bei ihnen um Interviews, Kommentare oder kurze analytische Texte, die zwischen dem September 2014 und dem Februar 2019 zur CDU, zur AfD sowie zu den Wechselwirkungen beider Parteien entstanden sind. (...) 

Als Gebrauchstexte für jeweils aktuelle politische Debatten verfasst, verbinden die hier zusammengestellten „Kommentare“ das Bemühen um Eindeutigkeit beim Argumentieren mit manchen Zuspitzungen beim Formulieren. Sie haben aber durchaus keinen essayistischen, sondern durchweg einen analytischen Anspruch. (...)

Ziel des hier vorgelegten Bandes ist es, jene politische Position vor Augen zu führen, die ich während der letzten Jahre zur AfD sowie zum richtigen Umgang mit dem deutschen Rechtspopulismus erarbeitet, resonanzreich vertreten sowie als ihren Alternativen überlegen empfohlen habe – und zwar ebenso für die Bildung eines eigenen Standpunkts wie auch als Grundlage konkreter politischer Praxis.(...) 
(Aus dem Vorwort von Werner J. Patzelt im Februar 2019)

Werner J. Patzelt, geb. 1953 studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität Straßburg sowie an der University of Michigan. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Passau, wo er 1984 bei Heinrich Oberreuter mit einer Arbeit über „Grundlagen der Ethnomethodologie“ zum Dr. phil. promoviert wurde. Nach einer sechsjährigen Beschäftigung als wissenschaftlicher Assistent habilitierte sich Patzelt 1990 mit einer Schrift über „Abgeordnete und Repräsentation“ an der Universität Passau.

In der Folgezeit lehrte er als Gastprofessor an der Universität Salzburg (1990) und an der Technischen Universität Dresden (1991), ehe er 1992 zum Gründungsprofessor des Instituts für Politikwissenschaft an der TU Dresden berufen wurde. Anschließend übernahm er dort nach ordentlichem Berufungsverfahren den Lehrstuhl für Politische Systeme und Systemvergleich.

Seit 1994 Mitglied der CDU, zuvor parteilos, pflegt er neben seiner wissenschaftlichen Arbeit den Austausch mit Vertretern des gesamten politischen Spektrums, und zwar von der Linkspartei bis zur AfD. Ferner betätigt er sich als Kommentator und Analytiker aktuellen politischen Geschehens in Presse, Hörfunk und Fernsehen.

In Zusammenarbeit mit dem Weltbuch Verlag, Dresden 

8/ 6 Euro



Montag, 27. Mai um 20 Uhr

Auftakt zur Veranstaltungsreihe "70 Jahre DDR"
Gespräch mit Arnold Vaatz und Uwe Tellkamp

8/6 Euro

+ + + Leider schon ausverkauft + + + 


Mittwoch, 29. Mai um 20 Uhr

Autorenlesung und Gespräch
Christian Lehnert "Cherubinischer Staub"

Christian Lehnerts siebentes Gedichtbuch versucht erneut ein Äußerstes: Ausgehend von zweizeiligen Verknappungen bis an den Rand des Schweigens, über Sonett, Ode und Terzine bis hin zu vielgestaltig ausgreifenden Poemen sendet diese Dichtung experimentelle Sonden ins Unbekannte.

Lehnerts Dichtung speist sich aus der deutschen Mystik. Von Jacob Böhme und Angelus Silesius übernimmt er die doppelbödig-eindringliche, Spiritualität und Physis verbindende Rede. In Lehnerts Gedichten ereignet sich, im vielberufenen Zeitalter des Digitalen, eine Wiederauferstehung analogen Denkens – und hier haben die Gedichte auch ihren widerständigen Ort in der Gegenwart: als Behauptungen von »Sinn« in den Erscheinungen, als Näherungen an eine letztlich unsagbare Mitte.

Christian Lehnert, geboren 1969 in Dresden, ist Dichter und Theologe. Zurzeit leitet er das Liturgiewissenschaftliche Institut an der Universität Leipzig. Seine bislang sieben Gedichtbücher und ein Essay über Paulus erschienen im Suhrkamp Verlag. 2012 erhielt Lehnert den Hölty-Preis für sein lyrisches Gesamtwerk, 2016 den Eichendorff -Literaturpreis.

Moderation: Sebastian Kleinschmidt

In Zusammenarbeit mit dem Verein "Literarisches Dresden"

8/6 Euro



Vorschau Juni 2019 :


Montag, 3. Juni um 20 Uhr

Autorenlesung 
Uwe Kolbe "Die sichtbaren Dinge"

"Uwe Kolbes Weg in den letzten Jahren führte die Elbe stromaufwärts. Nachdem der Dichter also einige Jahre in der Hansestadt Hamburg gelebt hatte, schlug er sein Zelt nunmehr in Dresden auf. Aber im Grunde ist er ein Wandernder geblieben, dessen Weg in einem beständigen Zickzackkurs durch das mittlere Europa führt. Im Vorbeiziehen der Landschaften und Zeiten formt sich der Blick. (...)

Zu träge ist mein Auge
Das ist ein Vers aus dem Gedicht "Der Zaunkönig", das sich relativ weit vorn in diesem Zyklus des 1957 in Berlin geborenen Uwe Kolbe findet. Das Gedicht beschreibt eine Begegnung, und auch wenn es in diesem Text um einen konkreten Vogel geht, den der Lyriker zu beobachten versucht, weist es doch weiter in den Kosmos, als man im ersten Moment anzunehmen gewillt ist. Denn das Sichtbare und das Gesehene sind zweierlei. (...)

Denn, was wir von der Welt aufnehmen, ist immer Ausschnitt, und Ausschnitt ist auch das Beschriebene. Niemals werden wir das Ganze fassen, was jedoch niemanden davon abhält, es zu versuchen. 

Die Kunst macht aus dieser Not eine Tugend, indem sie sich anschickt, den gewählten oder vorgegebenen Ausschnitt präzise zu zeigen. Aber so präzise sie sich auch gibt, es bleibt dennoch eine Unsicherheit: Es könnte alles ganz anders sein.Um dieser Unsicherheit zu entgehen, oder sie wenigstens auszuhalten, legt Uwe Kolbe sich Beschränkungen auf, die letztlich Reflex sind auf jene Beschränkungen, denen das wahrnehmende Individuum ohnehin unterliegt, und in diesen Ketten liegt ihre Freiheit. Er macht, wenn man so will, aus der Not eine Tugend, und jenes Tugendhafte erscheint uns als schön. (...)

Im vorliegenden Zyklus liegt die Beschränkung, die die Freiheit ermöglicht, also in der Anzahl der Verse. Der Leser ist mit Gebilden konfrontiert, die sich mit jeweils acht Gedichtzeilen begnügen und darin, wenn man so will, ein Fenster öffnen, zu einer Unendlichkeit, die jenseits des Wahrgenommenen oder Dargestellten liegt. Es ist jene Unendlichkeit, die wir ahnen.

(Aus: Kosmos und Segment, Zu Uwe Kolbes Zyklus »Die sichtbaren Dinge« 
von Jan Kuhlbrodt, poetenladen)

Uwe Kolbe, 1957 in Ostberlin geboren, übersiedelte 1988 nach Hamburg und lebt heute in Dresden. Seit 2007 war er mehrfach als »Poet in Residence« in den USA. Für seine Arbeit wurde er u.a. mit dem Stipendium der Villa Massimo, dem Preis der Literaturhäuser, dem Heinrich-Mann-Preis und dem Lyrikpreis Meran ausgezeichnet. Zuletzt erschienen zum Beispiel der Roman »Die Lüge« (2014), der Essay »Brecht. Rollenmodell eines Dichters« (2016) sowie die Gedichtbände »Lietzenlieder« (2012), »Gegenreden« (2015) und »Psalmen« (2017).

In Zusammenarbeit mit dem Verein "Literarisches Dresden"

8/6 Euro



Freitag, 07. Juni um 20 Uhr

"ZeitenBuch. Seitenweise Politik"
mit Alexander Grau "Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität"

Der politische Kitsch hat Hochkonjunktur – in allen politischen Lagern: Betroffenheitsrhetorik, Mahnwachen, Solidaritätsbekundungen – alles im Namen von Buntheit, Menschlichkeit oder Anständigkeit. Sentimentale Worthülsen, penetrante Gefühligkeit, Verklärung des Gestern und infantile Inszenierungen bestimmen den öffentlichen Diskurs. Die gesellschaftlichen Debatten sind geprägt von aggressiver Rührseligkeit und peinlichen Politritualen. Leerformeln scheinen das bevorzugte Sprachspiel in deutschen Landen. Der Philosoph und Publizist Alexander Grau deckt schonungslos die gesellschaftlichen Ursachen des grassierenden Politkitsches auf und analysiert seine Funktion in den aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen.

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Im Dezember 2014 erschien der von ihm herausgegebene Band "Religion. Facetten eines umstrittenen Begriffs". Für das politische Magazin "Cicero" schreibt er die viel beachtete Online-Kolumne "Grauzone".

Moderation: Susanne Dagen

8/6 Euro


Freitag, 21. Juni um 20 Uhr

Veranstaltungsreihe "70 Jahre DDR"
Autorenlesung mit Michael Klonovsky "Land der Wunder"

Johannes Schönbach, Geistesmensch, Trinker und Bonsai-Casanova, schlängelt sich durch eine von Alkoholikern, Spassvögeln, Bonzen und Polizisten bevölkerte Kloake namens DDR, um nach dem Novemberwunder 1989 in einem von Selbstdarstellern, Gesinnungshuren, Geldschefflern und Spasshabern bevölkerten Kasino namens Bundesrepublik festzustellen, dass entweder die Welt falsch ist oder er.

Anfangs stehen seinem Glück vor allem die Staatsgrenze sowie die Tatsache im Wege, dass die Ostberliner Spitzenschönheit Katja Kommerell nur mit SED-Mitgliedern – jedenfalls nicht mit ihm – ins Bett steigt. Das würde der triebhafte Philologiestudent vielleicht noch ertragen haben, aber als man ihn zu einer Hilfsarbeiterexistenz in einem Schnapslager verdammt, schwindet ihm der ohnehin begrenzte Daseinssinn vollends.

Der lebensmüde Zwangs-Aussteiger konnte es sich naturgemäß nicht träumen lassen, dass er dermaleinst seine Ostberliner Hinterhofklause gegen ein Münchner Penthouse tauschen und es zum preisgekrönten Journalisten – zuletzt sogar noch zum Millionär – bringen würde. Zuletzt? Nein. Damit enden die Wunder im Leben des notorischen Katja-Kommerell-Wiederfinders nämlich noch lange nicht …

Michael Klonovsky beschreibt in einem erfrischenden und sarkastischen Ton die nahezu beispielhafte Verwestlichung seiner Hauptfigur. Land der Wunder ist ein satirisches und abgründiges Epos in der Tradition des Schelmen- und Entwicklungsromans, zudem eine äußerst merkwürdige Liebesgeschichte, ein auch erotischer Ost-West-Systemvergleich sowie eine Parabel über die fragwürdige Glücksverheißung einer rein geistigen Existenz.

Michael Klonovsky, geboren 1962 im Erzgebirge, ist Romanautor, Essayist und Publizist. Bis zum Mauerfall lebte er in Ost-Berlin, wo er als Maurer, Gabelstaplerfahrer, Sportplatzwart und Korrekturleser tätig bzw. eher untätig war. Von 1992 bis 2016 war er in verschiedenen Positionen beim Magazin Focus beschäftigt, inzwischen arbeitet er als politischer Berater. Den Prozess der deutschen Wiedervereinigung beschrieb er in seinem Roman Land der Wunder (2006).

8/6 Euro









Vorschau  " 70 Jahre DDR "

Die Themenreihe im Aktionszeitraum vom 8. Mai bis zum 9. November 2019
Schirmherr: Uwe Tellkamp

  • 27. Mai Arnold Vaatz im Gespräch mit Uwe Tellkamp
  • 21. Juni Lesung mit Michael Klonovsky „Land der Wunder“
  • 6. September Lesung mit Monika Maron „Zwei Brüder“
  • 2. Oktober Vera Lengsfeld im Gespräch mit Uwe Tellkamp
  • 9. November Lesung mit Matthias Matussek „Palasthotel“









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